Flächenmanagement

Kommunales Flächenmanagement ist ein strategisches Instrument zur Unterstützung einer vorausschauenden Steuerung der städtebaulichen Entwicklung insbesondere im Innenbereich. Die gemeindlichen Flächen- und Entwicklungspotenziale werden dabei systematisch erfasst, kategorisiert und bewertet. Die Potenzialerhebung ermöglicht es der Gemeinde, gezielt Flächen in den städtebaulichen Planungsprozessen einzuspeisen. Angesichts der demografischen Entwicklung besteht somit die Möglichkeit, die Kommunen mit einer sinnvollen Aufwertung und Ergänzung des Innenbereichs auf stagnierende oder schrumpfende Prozesse vorzubereiten und im Rahmen einer kompakten Sied­lungs­struktur künftige Infrastruktur- und Unterhaltskosten einzugrenzen.

Ein hilfreiches Instrument für Gemeinden zur ersten Abschätzung der Gestehungs- und Folgekosten einer Wohngebietsplanung kann der sog. "FolgekostenSchätzer" sein, der in Zusammenarbeit von Landesamt für Umwelt und Oberster Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern an die Bedürfnisse bayerischer Gemeinden angepasst wurde. Er ermöglicht einen nachvollziehbaren Kostenvergleich für unterschiedliche Entwicklungsflächen, aber auch für unterschiedliche Planungen auf ein und derselben Fläche. Die Berücksichtigung ökonomischer Folgewirkungen wird für die Gemeinden immer bedeutsamer. Wachsende Siedlungs- und Verkehrsflächen bei gleichzeitig stagnierender oder gar rückläufiger Bevölkerungszahl haben zur Folge, dass weniger Schultern die Fixkosten für gemeindliche Infrastruktur, wie beispielsweise für Trinkwasserversorgung, Abwasserentsorgung und Straßen, tragen müssen. Daher wird es immer wichtiger, die Folgekosten neuer Wohnbaugebiete im Vorfeld zu analysieren und die Ergebnisse in die Planungs- und Abwägungsprozesse einfließen zu lassen. Mit dem einfach anzuwendenden Programm "FolgekostenSchätzer" kann frühzeitig abgeschätzt werden, in welcher Höhe und in welchem Zeitraum diese Kosten anfallen und welcher Anteil dabei auf Gemeinde, Grundstücksbesitzer und Allgemeinheit entfällt.

Checkliste

  • Haben Sie einen Überblick über die bestehenden innerörtlichen Ent­wick­lungs­flächen in Ihrer Gemeinde (z. B. Bauflächen, Brachflächen, An- und Aufbauten, Nachverdichtungsflächen)? Wie groß ist das Flächen­potenzial?

  • Sind geeignete Instrumente vorhanden, um den Flächenverbrauch zu reduzieren und die Innenentwicklung zu stärken?

  • In wie weit nutzen Sie die Möglichkeiten eines systematischen kommunalen Flächenmanagements?