Wohnungswesen

In Folge der Bevölkerungsentwicklung und der sich ändernden Lebensmodelle wandeln sich auch die Bedürfnisse und Anforderungen, die an die eigene Wohnung und das Wohnumfeld gestellt werden. Der Wohnungsneubau und der Umgang mit dem Wohnungsbestand müssen sowohl in Hinblick auf Quantität als auch Qualität am künftigen Bedarf ausgerichtet werden. Dies ist Voraussetzung, um langfristig ein ausgeglichenes Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie sozial stabile Bewohnerstrukturen zu sichern.

Hilfestellung gibt nachfolgende Checkliste:

Bewohnerstruktur

  • Welche Menschen bewohnen das Gebäude / das Quartier / die Gemeinde (z. B. Alter, Geschlecht, Nationalität, Bildungs­abschluss, Einkommen, Haushaltsgröße)?

  • Wie hat sich die Zusammensetzung der Bewohnerstruktur in den vergangenen Jahren entwickelt, welche Prognosen für die künftige Entwicklung können gemacht werden?

  • Ist eine Entwicklung hin zu einer einseitigen Bewohnerstruktur abzusehen?

Wohnungsbestand

  • Wie alt sind die bestehenden Wohngebäude, welcher Modernisierungsbedarf besteht (z. B. energetischer Zustand, sanitäre Ausstattung, Barrierefreiheit)? Welche Bausubstanz ist erhaltenswert, wo stellt sich gegebenenfalls ein Ersatzneubau als wirtschaftliche Alternative dar?

  • Welche Wohnungsgrößen sind vorhanden beziehungsweise werden nachgefragt?

  • Welche besonderen Qualitäten von Wohnraum und Wohnumfeld sind vorhanden beziehungsweise werden nachgefragt (Privatgärten, familiengerecht, barrierefrei, betreutes Wohnen, Altenheim)?

  • Wie ist das aktuelle Preisniveau (Miete, Kauf) für Wohnraum? Ist das Wohnungsangebot auch für untere Einkommensgruppen ausreichend? Welche Preisentwicklung wird in den kommenden Jahren erwartet?

  • Wie hoch ist die Eigentumsquote im Wohnungsbestand? Gibt es nennenswerte Wohnungsbestände in der Hand von Wohnungsgesellschaften oder -genossenschaften?

  • Wie häufig ziehen Bewohner um (Fluktuation), wie viel Leerstand gibt es?

Wohnumfeld

Die Beseitigung von Stufen und sonstigen Barrieren, die Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit und die Schaffung von gemeinschaftlichen Flächen, tragen zu einem kind-, familien- und altengerechtem Lebensraum bei.

  • Wie sind die Eingangsbereiche, die Müllstationen, das direkte Umfeld der Wohngebäude gestaltet?

  • Befinden sich ansprechend und barrierefrei gestaltete Grünflächen, Wege, Sitzmöglichkeiten und Spielplätze im direkten Wohnumfeld? Ist die Beleuchtung überall angemessen?

  • Besitzen die Wohngebäude ausreichend PKW-Stellplätze, Fahrrad-Abstellplätze und Stellflächen für Kinderwägen?

  • Welches Image haben die Wohnquartiere?

  • Können die Wohnquartiere zum Beispiel durch Nachverdichtung weiter entwickelt werden?

Soziale Infrastruktur und wohnungsnahe Versorgung

Das Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“ verspricht insbesondere für Familien mit Kindern und Menschen mit eingeschränkter Mobilität große Vorteile. 

  • Können von allen Wohnstandorten z. B. Geschäfte für den täglichen Bedarf und Allgemeinärzte zu Fuß erreicht werden?

  • Gibt es Betreuungsmöglichkeiten für pflegebedürftige Menschen?

  • Gibt es Betreuungsmöglichkeiten für Kinder (Krippe, Kindergarten, Hort)?

  • Gibt es ein ausreichendes Angebot an Freizeit- und Naherholungsmöglichkeiten für alle Bevölkerungsgruppen (z. B. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien, Senioren)?

  • Sind alle Wohnstandorte an den öffentlichen Nahverkehr angebunden?