Wanderungen

Wanderungsbewegungen im Freistaat

Bayern hat weiterhin Wanderungsgewinne zu verzeichnen: Im Jahr 2020 wanderten 33.238 mehr Menschen zu, als den Freistaat verließen. Der Wanderungsgewinn, welcher unter dem des Vorjahrs liegt (58.548), stammte zu rund 7 % aus dem übrigen Bundesgebiet. Zu rund 93 % ist das Plus auf Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen. Ein Grund für den Rückgang der Wanderungsbewegungen im Jahr 2020 sind wohl auch die coronabedingten Mobilitätseinschränkungen im ersten Halbjahr 2020.

76 von 96 bayerischen Landkreise und kreisfreie Städte können eine positive Wanderungsbilanz aufweisen. Jedoch sind die Wanderungsgewinne vor allem im nordöstlichen Bayern außerhalb der Verdichtungsräume zu niedrig, um das Geburtendefizit vor Ort auszugleichen.

Wanderungsbewegungen im ländlichen Raum

Der Anstieg der Einwohnerzahl im ländlichen Raum beruht auf Wanderungsgewinnen. Die Zahl der Zuzüge überstieg im Jahr 2020 mit 472.271 deutlich die 439.378 Fortzüge. Daraus ergibt sich ein Wanderungsplus von 32.893 Personen (2019: 33.932), was 99,0 % des bayerischen Wertes entspricht. Wie bereits im Vorjahr war der Zuzug in den ländlichen Raum erneut höher als in den Verdichtungsraum. Die positive Bilanz geht vor allem auf Wanderungsgewinne gegenüber dem Ausland (rund 11.000 Personen) und dem Verdichtungsraum (rund 20.000 Personen) zurück. Da in der Bevölkerungsstatistik Wanderungen unabhängig vom Status der zu- bzw. fortziehenden Personen erfasst werden, sind in den genannten Zahlen auch Flüchtlinge und Asylbewerber enthalten.

Zuzug Asylsuchender nach Bayern

Im Jahr 2015 bis Anfang 2016 verzeichnete Bayern einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung Asylsuchender. Seit 2016 hat sich diese Zahl, auch infolge der getroffenen Maßnahmen der Staatsregierung, wieder deutlich reduziert, verbleibt aber trotzdem auf hohem Niveau im Vergleich zu den Zahlen vor 2015.

Im Jahr 2018 wurden in Bayern 21.900 Asylerstanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt, wesentlich weniger als noch in den beiden Jahren zuvor (2016: 82.003, 2017: 24.243).

Der starke Zugang von Asylsuchenden betrifft zunächst besonders die Grenzregionen. In der weiteren Unterbringung sind alle Landesteile betroffen. Dabei verteilt sich die Unterbringung der Flüchtlinge zu 52 % auf den ländlichen Raum und zu 48 % auf den Verdichtungsraum (Stand: 31.12.2018).

Die Integration der dauerhaft Bleibeberechtigten stellt eine enorme Herausforderung für die staatlichen, kommunalen und gesellschaftlichen Akteure dar. Viele Asylsuchende werden voraussichtlich längere Zeit oder dauerhaft in Bayern bleiben. 2018 erhielten rund 28 % der Asylantragsteller ein Bleiberecht (2017: 28 %).

Der Freistaat erstattet den kreisfreien Städten und Landkreisen die notwendigen Kosten der nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erbrachten Leistungen für Unterbringung und Versorgung. Darüber hinaus wurden weitere Maßnahmen beschlossen. Hierzu zählen das mehrjährige Sonderprogramm „Zusammenhalt fördern, Integration stärken“ und das Bayerische Integrationsgesetz.

Weitere Daten:

Statistiken beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Statistische Daten zu Flüchtlingen, Statistisches Bundesamt

Vorausberechnung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund für Bayern