Chancengerechtigkeit

Auf die Attraktivität einer Region haben viele Faktoren Einfluss, deren Wichtigkeit jedoch von Frauen und Männern teilweise unterschiedlich beurteilt wird. Angesichts demografischer Veränderungen ist es wichtiger denn je, geschlechtsspezifische Problemfelder und Bedarfe in der Lebens- und Arbeitssituation von Frauen und Männern ausfindig zu machen, um vor Ort praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig sollten die unterschiedlichen Kompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen von Frauen und Männern aktiv genutzt werden, um zu passgenauen Antworten zu kommen. Eine zukunftsweisende Kommunalpolitik kann es sich nicht leisten, Bedarfe und Talente von Männern oder Frauen außer Acht zu lassen.

Was ist Chancengerechtigkeit?

Chancengerechtigkeit dient der Durchsetzung der tatsächlichen Gleich­berechtigung von Frauen und Männern. Ihr muss zwingend eine geschlechtersensible Sichtweise zugrunde liegen. Geschlechtersensible Sichtweise beinhaltet, bei allen Planungen, Vorhaben, Projekten, Maßnahmen und Entscheidungen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen. Weil es eine geschlechtsneutrale Wirklichkeit nur sehr selten gibt, ist dies notwendig, um für beide Geschlechter die verfassungsrechtlich vorgegebene Chancengerechtigkeit herzustellen. Die geschlechtersensible Sichtweise ist zukunftsgerichtet und präventiv. Bereits vor Entscheidungen muss von jeder Stelle und in allen Bereichen darauf geachtet werden, dass Benachteiligungen von Frauen oder von Männern künftig gar nicht erst entstehen. Dazu werden die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Frauen und Männern bereits im Vorfeld als zusätzlicher Abwägungsfaktor sorgfältig geprüft. Die geschlechtersensible Sichtweise ist in Artikel 2 Absatz 3 Bayerisches Gleichstellungsgesetz gesetzlich verankert. Angesichts der knappen finanziellen und personellen Ressourcen von Gemeinden, Städten und dem Land kommt dem bedürfnisgerechten Einsatz dieser Mittel herausragende Bedeutung zu. Die geschlechter­sensible Sichtweise hilft Fehlinvestitionen zu vermeiden und maximale Effekte für die Bevölkerung zu erreichen.

Checkliste

  • Werden bei der Entwicklung und Umsetzung der Planungen und Konzepte in ausreichender Weise Fragen der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt (insbesondere unterschiedliche Bedarfe von Frauen und Männern)?