Ärztliche Versorgung

Die Sicherstellung der vertragsärztlichen Versorgung in Bayern ist gesetzliche Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. Als Selbstverwaltungskörperschaft erfüllt sie diese Aufgabe in eigener Zuständigkeit und Verantwortung.

Für die Bayerische Staatsregierung hat eine flächendeckende, qualitativ hochwertige und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung im gesamten Freistaat hohe Priorität. Daher ergreift sie schon heute zahlreiche Maßnahmen, um die ärztliche Versorgung auf dem derzeit hohen Niveau zu erhalten und weiterzuentwickeln. Der ländliche Raum steht dabei im Mittelpunkt der Anstrengungen.

Um die ambulanten Strukturen vor allem im ländlichen Raum auf hohem Niveau zu erhalten und weiter zu verbessern, hat die Bayerische Staatsregierung das Förderprogramm zum Erhalt und zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum aufgelegt und hierfür seit 2012 53,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt:

Mittels der Landarztprämienrichtlinie werden Niederlassungen von Ärzten und Psychotherapeuten mit bis zu 60.000 Euro unterstützt. Fördervoraussetzung ist unter anderem die Niederlassung bzw. Filialbildung in einer Gemeinde mit bis zu 20.000 Einwohnern (bei Kinder- & Jugendpsychiater in Gemeinden mit bis zu 40.000 Einwohnern)

Weiterhin werden im Rahmen des Stipendienprogramms für Medizinstudierende der Humanmedizin Stipendien in Höhe von gegenwärtig 600 Euro pro Monat an angehende Medizinerinnen und Mediziner vergeben, die sich im Gegenzug verpflichten, ihre fachärztliche Weiterbildung im ländlichen Raum zu absolvieren und dort anschließend mindestens weitere fünf Jahre ambulant oder stationär ärztlich tätig zu sein.  

Anträge auf Förderung können an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gestellt werden.

Zudem ist das Bayerische Land- und Amtsarztgesetz (BayLArztG) für den Bereich der Landarztquote zum  1. Januar 2020 in Kraft getreten. Seit dem Wintersemester 2019 / 2020 werden nunmehr bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Studierende vorgehalten, die ein besonderes Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum haben und sich verpflichten, nach der fachärztlichen Weiterbildung mindestens 10 Jahre in nach der Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigung (drohend) unterversorgten Planungsbereichen tätig zu werden.

Versorgung mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten

Die Versorgung der bayerischen Bevölkerung im Flächenland Bayern durch öffentliche Apotheken ist ein wesentliches Anliegen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP). Maßnahmen der Bundesregierung, die insbesondere die Vor-Ort-Apotheke gegenüber dem Versandhandel stärken, wie die Erhöhung des Nacht-und Notdiensthonorars, die Erhöhung der Aufschläge für die Abgabe von Betäubungsmitteln und besonders dokumentationsaufwändigen Arzneimitteln sowie Anpassung bestimmter Rezepturzuschläge, wurden bereits unterstützt. Die Bayerische Staatsregierung wird die Belange der Apotheker und Apothekerinnen fortlaufend im Auge behalten, um die im öffentlichen Interesse gebotene Sicherstellung einer flächendeckenden, ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung, wie sie im Apothekengesetz verankert ist, gewährleisten zu können.