Geriatrische Versorgung

Altersmedizin (Geriatrie)

Die Altersmedizin ist auf Menschen in einem höheren Lebensalter (überwiegend 70 Jahre oder älter) zugeschnitten, die gleichzeitig an mehreren behandlungsbedürftigen Erkrankungen leiden. Zudem zeichnen sich insbesondere hochaltrige Menschen durch eine erhöhte Instabilität des Gesundheitszustandes und Gebrechlichkeit aus.

Die Altersmedizin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der über eine rein organbezogene Behandlung hinausgeht. Eine altersmedizinische Behandlung umfasst nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen, psychischen und sozialen Aspekte der älteren Menschen. Sie bezieht die Angehörigen mit ein. Die Altersmedizin zielt darauf ab, Selbstständigkeit und Selbsthilfefähigkeit älterer Menschen möglichst lange zu erhalten und Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Flächendeckendes Netz der geriatrischen Rehabilitation

Entsprechend dem sozialpolitischen Grundsatz "Rehabilitation vor Pflege" wurde ein flächendeckendes Netz an geriatrischen Rehabilitations­einrichtungen aufgebaut. Ältere Menschen erhalten in stationären und ambulanten Einrichtungen unmittelbar im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt oder nach Verordnung durch einen Vertragsarzt eine auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene altersmedizinische Rehabilitation.

Altersmedizin im Krankenhaus: Akutgeriatrie

Da die Anzahl älterer Patienten, die im Krankenhaus wegen alterstypischer Mehrfacherkrankungen versorgt werden müssen, stetig ansteigt, wurde im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung das Fachprogramm Akutgeriatrie erarbeitet und im Jahr 2009 durch den Krankenhausplanungsausschuss verabschiedet. Ziel ist es, älteren Menschen bereits im Krankenhaus eine qualitativ hochstehende ganzheitliche Behandlung anbieten zu können. Dafür wurden strenge Qualitätskriterien im Bereich der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität definiert, welche eine akutgeriatrische Versorgung auf höchstem Niveau gewährleisten.

Die Einrichtung von Akutgeriatrien dient der flächendeckenden Verankerung der Altersmedizin in Krankenhäusern und ergänzt mit der hausärztlichen Versorgung und der geriatrischen Rehabilitation die wohnortnahe bedarfsgerechte medizinische Versorgung alter und hochaltriger Menschen in Bayern.

Mobile geriatrische Rehabilitation

Die mobile geriatrische Rehabilitation ist eine Sonderform der ambulanten geriatrischen Rehabilitation, die bei den Patienten zu Hause durchgeführt wird. Sie erfolgt durch ein interdisziplinäres Team unter ärztlicher Leitung. Die mobile geriatrische Rehabilitation kommt für Patienten in Frage, die erhebliche funktionelle Beein­trächtigungen und einen komplexen Hilfebedarf haben (z. B. Demenzpatienten nach Stürzen oder Schlaganfallpatienten). Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert die Anfangsphase von Teams, welche mobile geriatrische Rehabilitationsleistungen erbringen, mit bis zu 25.000 Euro pro Team.