Hospizversorgung

Die Hospizversorgung begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen und ermöglicht ihnen ein selbstbestimmtes Leben bis zuletzt und einen Abschied in Würde. Um dem Wunsch der meisten Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld bis zum Lebensende zu bleiben, zu entsprechen, bedarf es entsprechender medizinischer und pflegerischer Versorgung, spiritueller Unterstützung und ehrenamtlicher Begleitung. Die Hospizversorgung ist eine bürgerschaftliche Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft, die Betroffenen in der letzten Lebensphase und ihren Angehörigen im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer beisteht. Dabei geben Hospizvereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern Zuwendung, Zeit und Solidarität, nicht zuletzt aber die Sicherheit, nicht allein zu sein. Sie ermöglichen Schwerstkranken und Sterbenden einen würdevollen Abschied und begleiten Angehörige in ihrer Trauer nach dem Tod der Verstorbenen.

Die Bayerische Stiftung Hospiz unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Klaus Holetschek, MdL, vergibt jährlich den Hospizpreis für innovative Projekte sowie an Einzelpersonen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Hospiz- und Palliativversorgung.

Ambulante Hospizversorgung

Die ambulante Hospizversorgung wird in Bayern wesentlich von Hospizdiensten und -vereinen mit ihren ausgebildeten, ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern geleistet. Diese besuchen Menschen zu Hause, auf Palliativstationen, in Krankenhäusern, in stationären Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und in den stationären Hospizen. Die ambulanten Hospizdienste unterstützen Angehörige, Pflegekräfte und ärztliches Personal, um Betroffenen das Sterben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Hauptamtliche Koordinationsfachkräfte der ambulanten Hospizdienste erbringen palliativpflegerische Beratung und übernehmen die Koordination und Ausbildung der Hospizbegleitung.

Stationäre Hospize

Stationäre Hospize sind eigenständige Einrichtungen für Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschritten Erkrankungen, die keiner stationären Krankenhausbehandlung bedürfen, bei denen eine ambulante Betreuung im gewohnten Umfeld jedoch nicht mehr möglich ist. Die Hospize verfügen über eigenes Personal mit einem multiprofessionellen Ansatz. Der Aufenthalt im Hospiz ist für die Betroffenen kostenfrei. Die Kosten werden von den Krankenkassen unter Berücksichtigung der Leistungen der Pflegeversicherung sowie zu geringem Teil über Spenden finanziert. Stationäre Hospize umfassen in der Regel zwischen acht und höchstens 16 Betten. Die palliativärztliche und -pflegerische Versorgung wird multiprofessionell meistens von den niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzten gemeinsam mit dem Pflegepersonal in den Hospizen geleistet. Bei komplexer und ausgeprägter Erkrankungssymptomatik kann die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hinzugezogen werden.

Die vollstationäre Hospizversorgung kann auch als teilstationäre Versorgung in sog. Tageshospizen erfolgen. Ziel dabei ist es, die Betroffenen und ihre Angehörigen zu unterstützen und zu entlasten, damit der Aufenthalt in der eigenen Häuslichkeit lange bestehen bleiben kann.

Kinderhospiz

Kinderhospiz umfasst ambulante und stationäre Einrichtungen für unheilbar und lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern und Geschwister. Laut Definition der World Health Organization (WHO) beginnt die Palliative Care von Kindern bereits nach Feststellung der Diagnose. Die Betreuungsdauer eines lebensverkürzend erkrankten Kinders bzw. Jugendlichen ist daher deutlich länger als bei Erwachsenen. Stationäre Kinderhospize bieten den betroffenen Kindern und Jugendlichen und ihren Zugehörigen einen Ort der Entlastung und Regeneration, denn der unabwendbare Tod eines Kindes ist für Familien existenziell bedrohlich. Schwerpunkt der Kinderhospizarbeit sind die Unterstützung und Entlastung betroffener Familien. Dabei bedarf es einer ganz besonderen Art der Betreuung, denn neben dem kindgerechten Umgang mit den jungen Menschen nimmt die Unterstützung der Familie und besonders der Geschwisterkinder großen Raum ein.