Hospizversorgung

Die Hospizversorgung begleitet schwerstkranke und sterbende Menschen bis zuletzt und ermöglicht ihnen einen Abschied in Würde. Um dem Wunsch der meisten Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld bis zum Lebensende zu bleiben, zu entsprechen, bedarf es entsprechender medizinischer und pflegerischer Versorgung, spiritueller Unterstützung und ehrenamtlicher Begleitung. Die Hospizversorgung ist eine bürgerschaftliche Bewegung aus der Mitte der Gesellschaft, die Betroffenen und ihren Angehörigen in der letzten Lebensphase im Umgang mit Tod und Sterben beisteht. Dabei geben Hospizvereine mit ihren vielen ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern Zuwendung, Zeit und Solidarität, nicht zuletzt aber die Sicherheit, nicht allein zu sein. Sie ermöglichen Schwerstkranken und Sterbenden einen würdevollen Abschied und begleiten Angehörige in ihrer Trauer nach dem Tod der Verstorbenen.

Die Bayerische Stiftung Hospiz unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Melanie Huml, MdL, vergibt jährlich den Hospizpreis für innovative Projekte sowie an Einzelpersonen für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Hospiz- und Palliativversorgung.

Ambulante Hospizversorgung

Die ambulante Hospizversorgung wird in Bayern wesentlich von Hospizgruppen und -vereinen mit ihren ausgebildeten, ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleitern geleistet. Diese besuchen Menschen zu Hause, auf Palliativstationen, in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und in den Hospizen. Die ambulanten Hospizdienste unterstützen Angehörige, Pflegekräfte und ärztliches Personal, um Betroffenen das Sterben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen. Sie erbringen palliativpflegerische Beratung und übernehmen die Koordination und Ausbildung der Hospizbegleitung.

Stationäre Hospize

Stationäre Hospize sind eigenständige Einrichtungen für Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschritten Erkrankungen, bei denen eine Betreuung im gewohnten Umfeld nicht mehr möglich ist. Die Hospize verfügen über eigenes Personal mit einem multiprofessionellen Ansatz. Der Aufenthalt im Hospiz ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen kostenfrei. Die Kosten werden von den Krankenkassen unter Berücksichtigung der Leistungen der Pflegeversicherung sowie zu geringem Teil über Spenden finanziert. Stationäre Hospize umfassen in der Regel zwischen acht und höchstens 16 Betten. Die palliativärztliche und -pflegerische Versorgung wird multiprofessionell meistens von den niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzten gemeinsam mit dem Pflegepersonal in den Hospizen geleistet. Bei komplexer und ausgeprägter Erkrankungssymptomatik kann die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) hinzugezogen werden.

Kinderhospiz

Kinderhospize stellen eine besondere Einrichtung für junge Menschen mit lebensbegrenzenden Erkrankungen und deren Familien dar. Der unabwendbare Tod eines Kindes ist für Familien existenziell bedrohlich. Die Aufgabe der Hospizversorgung hier ist es, Unterstützung und Entlastung zu bieten. Dabei bedarf es einer ganz eigenen Art der Betreuung, denn neben dem kindgerechten Umgang mit den jungen Menschen nimmt die Unterstützung der Familie und besonders der Geschwisterkinder großen Raum ein.