Öffentlicher Personennahverkehr

In den weniger dicht besiedelten ländlichen Räumen ist der Öffentliche Personennahverkehrs (ÖPNV) vielfach dadurch gekennzeichnet, dass wenige Menschen auf verhältnismäßig langen Strecken befördert werden müssen. Ein Taktverkehr wie in den Städten ist in der Regel nicht finanzierbar und zudem ökologisch auch gar nicht sinnvoll. Da die Fahr­plan­angebote vor allem auf die Bedürfnisse der Schülerbeförderung zugeschnitten sind, existieren Verkehrsangebote oftmals nur unter der Woche und zu den Schulzeiten. Um allen Bürgern attraktive Beför­de­rungsmöglichkeiten z. B. zum Rathaus, zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten oder Apotheken bieten zu können, ist eine Verbesserung des Angebotes wünschenswert.

Dabei ist auch zu beachten, dass sich durch die demografische Entwicklung die Rahmenbedingungen verändern. Durch die älter werdende Bevölkerung wird sich die Nachfrage nach einer Beförderungs­möglich­keiten zu Ärzten, Gesundheits- und Naherholungseinrichtungen erhöhen. Die ältere Generation möchte länger mobil bleiben. Weil sich der Anteil der mobilitätseingeschränkten Personen erhöhen wird, gewinnt die Bereitstellung einer barrierefreien Beförderungskette zunehmend an Bedeutung. Nur über ein attraktives Gesamtangebot wird es den Verkehrsunternehmen gelingen, auch die "neuen Senioren" als Kunden zu gewinnen, die vielfach in Besitz eines eigenen PKW sind und länger am Individualverkehr teilnehmen als die Generationen zuvor.

Gerade mit Blick auf die gleichzeitig rückläufigen Schülerzahlen ist die Gewinnung neuer Fahrgäste eine der vordringlichen Aufgaben für den ÖPNV in den ländlichen Räumen. Hier sind die Verkehrsunternehmen und die Kommunen gefordert, gemeinsam für ein attraktives Angebot für ihre Kunden und Bürger zu sorgen. Dabei sind flexible und bedarfsorientierte ÖPNV-Bedienformen (z. B. Rufbusse oder Anrufsammeltaxis) gerade mit kleineren Bussen, ein konzeptioneller Ansatz, um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen.