Herausforderungen

Die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Anlagen und Kosten der Wasserversorgung hängen von vielen Randbedingungen ab. Sie können nicht verallgemeinert, sondern müssen regional sowie kleinräumig bezogen auf Gemeinden und Ortsteile geprüft und bei Bedarf abgefedert werden. Dennoch lässt sich, neben der Fixkostenproblematik, allgemein feststellen: Verminderte Wasserabgabemengen können zu Verkeimungen, Ablagerungen oder Korrosionsschäden im Trinkwassernetz führen. Häufigere Spülungen sind eine Lösung, verursachen aber einen erhöhten Wasserverbrauch und zusätzliche Kosten.

Im Abwasserbereich sind die Auswirkungen der demographischen Entwicklung mit den vorhandenen Ableitungssystemen und Behandlungstechniken technisch beherrschbar. Ein sofortiger Umstieg auf andere, z. B. kleinere oder dezentrale Systeme ist nicht erforderlich. Es ist aber empfehlenswert, bei jeder anstehenden größeren Investition die ursprünglichen Planungsgrundlagen zu überprüfen und fortzuschreiben und dann auf einen Rückgang der Bevölkerung und des Abwasseranfalls zu reagieren. Auch ein (Teil-)­Rückbau und Umstieg auf eine dezentrale Entsorgung über Kleinkläranlagen ist eine in Betracht zu ziehende Variante.

In Gebieten mit einer bestehenden zentralen Struktur für die Abwasserbeseitigung liegt die Herausforderung darin, Abwasseranlagen mit einer geeigneten Erhaltungsstrategie funktionsfähig zu erhalten und rechtzeitig schrittweise eine Anpassung an die sich verändernde Bevölkerungsstruktur zu entwickeln und umzusetzen. Flexible, modulare Systeme und eine verbesserte Betriebsführung können helfen, die Herausforderungen des demographischen Wandels zu bewältigen. Dabei spielen auch Aufgabenverteilung und Organisationsformen eine Rolle (z. B. effizientere Betriebsführung durch interkommunale Zusammenarbeit).