Lösungsstrategien

Sinkende Anschluss- und Nutzerzahlen und sich verschiebende Bevölkerungsstrukturen wirken sich auf den wirtschaftlichen Betrieb und die Effizienz von Einrichtungen der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung aus. Patentlösungen wird es nicht geben. Vielmehr müssen auf den jeweiligen Einzelfall abgestimmte maßgeschneiderte Lösungen erarbeitet werden. Neben vorausschauenden Finanzierungsstrategien können insbesondere organisatorische Innovationen und Kooperationen dauerhaft die Erfüllung der kommunalen Pflichtaufgaben unterstützen. Ziel muss es sein, durch stabile und verlässliche Strukturen die Qualität, Quantität und Verfügbarkeit der Wasserver- und der Abwasserentsorgung langfristig zu gewährleisten.

Empfehlungen

In Regionen mit starker Bevölkerungsabnahme kommt es auf Folgendes an:

  • Wasserversorgungsstrukturen bei anstehenden Erneuerungen überprüfen und gegebenenfalls anpassen.

  • Kosten der Wasserversorgungsbetriebe durch Effizienzsteigerung und Synergieeffekte senken.

  • Neuplanungen beziehungsweise aktuell anstehende Projekte der Abwasserbeseitigung bezüglich der aktuellen Bevölkerungsentwicklung dezidiert hinterfragen.

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  • Für kleinere Ortsteile mit signifikantem Bevölkerungsrückgang sollten im Regelfall keine neuen zentralen Abwasserentsorgungssysteme mehr erstellt werden, da mit einer Kleinkläranlagenlösung flexibler reagiert werden kann.

  • Ein Rückbau bereits bestehender kommunaler Abwasseranlagen wird wegen der langen Abschreibungszeiten (z. B. für Kanäle bis zu 80 Jahre) meist nicht zu erwägen sein.

  • In besonderen Fällen kann es sich aber als zweckmäßig erweisen, bestehende öffentliche Einrichtungen der Abwasserbeseitigung zugunsten privater Einzellösungen aufzugeben, z. B. wenn kostenaufwendige Erneuerungen oder Sanierungen an Anlagen erforderlich werden, die auf Grund eines Bevölkerungsrückgangs aus heutiger Sicht nicht mehr als zentrale Lösung realisiert würden.

Notwendige Anpassungen in der Wasserversorgung oder der Ab­wasser­beseitigung gelingen bevorzugt durch zusätzliche interkommunale Zusammenarbeit. Die Wasserwirtschaftsämter in Bayern stehen hier den Kommunen beratend zur Seite (siehe Link auf der rechten Seite).

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