Demografie-Management im Betrieb

Unternehmen müssen sich in ihrer Personalarbeit darauf einstellen, dass die Fachkräfte knapper werden und die Belegschaften altern. Um die Fachkräfte-Situation analysieren zu können, stellen die bayerischen Industrie- und Handelskammern kostenlos Prognose-Instrumente zur Verfügung.

Für das Demografie-Management im Betrieb sind unter anderem folgende Handlungsfelder relevant:

Erfahrungen Älterer nutzen

Künftig wird es verstärkt darauf ankommen, die Erfahrungen älterer Mitarbeiter länger zu nutzen beziehungsweise älteren Bewerbern bei der Einstellung eine Chance zu geben. Ebenso gilt es Gesundheit, Kompetenz und Motivation bei den Arbeitskräften mittleren Alters zu erhalten. Altersgerechte Arbeitsbedingungen, Gesundheitsförderung, Wissenstransfer zwischen Alt und Jung sowie berufliche Weiter­bildungs­angebote für Ältere sind wichtige Ansatzpunkte. Tipps gibt z. B. die Informationsplattform „Das Demographie-Netzwerk”.

Auch die 2011 ins Leben gerufene Initiative "Ältere und Arbeitswelt" des Bayerischen Arbeitsministeriums hat sich zum Ziel gesetzt, jedem Einzelnen eine möglichst lange Erwerbstätigkeit bei guter Gesundheit und Motivation zu ermöglichen. Erreicht werden soll dieses Ziel durch demografieorientierte Arbeitsorganisation, Gesundheitsförderung und -management sowie berufliche Weiterbildung und lebenslanges Lernen (vgl. www.aeltere-und-arbeitswelt.bayern.de).

Frauen stärker beteiligen

Für den wirtschaftlichen Erfolg ist es ebenso wichtig, Frauen stärker am Erwerbsleben zu beteiligen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist dabei eine Schlüsselgröße. Flexible Arbeitszeiten, gute Bedingungen für den Wiedereinstieg in den Beruf sowie Kinderbetreuungsangebote gewinnen damit an Bedeutung. Solche Rahmenbedingungen werden von Müttern und Vätern wertgeschätzt.

Auf den ersten Blick haben Frauen und Männer die gleichen Arbeitsmarktchancen: Gemessen am Arbeitsvolumen partizipieren Frauen jedoch deutlich weniger am Erwerbsleben als Männer. Gleichzeitig werden Versorgungs-, Erziehungs- oder Pflegeaufgaben hauptsächlich von Frauen übernommen. Ihre Beschäftigung konzentriert sich insbesondere nach einer Familienzeit auf Teilzeitstellen und auch auf geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse. Damit können Frauen ihre Potentiale teilweise nicht ausschöpfen.

Frauen werden insbesondere beim Wiedereinstieg nach Familienphasen oftmals nicht entsprechend ihrer fachlichen Qualifikation und Kompetenz beschäftigt. Frauen sind in Führungspositionen der Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nach wie vor stark unterrepräsentiert, Diese Faktoren tragen mit dazu bei, dass Frauen in Deutschland noch immer durchschnittlich weniger als Männer verdienen.

Zur Verbesserung der Chancen von Frauen am Arbeitsmarkt fördert das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales Projekte zur Beratung und Qualifizierung vonFrauen, die eine individuelle und passgenaue Rückkehr ins Erwerbsleben unterstützen.

Weiterführende Informationen des Bayerischen Arbeitsministeriums finden Sie unter https://www.stmas.bayern.de/erwerbsleben/angebote/index.php.

BayFID - Bayerns Frauen in Digitalberufen

Staatsministerin Judith Gerlach hat das Frauentalentprogramm „BayFiD – Bayerns Frauen in Digitalberufen“ für mehr Frauen in digitalen Berufen gestartet. Ziel ist es, mehr Mädchen und junge Frauen für digitale Berufe zu gewinnen, geschlechtsspezifisches Berufswahlverhalten aufzubrechen und frühzeitig auf die Chancen digitaler Kompetenzen und Berufe hinzuweisen.

Die Teilnehmerinnen des BayFiD-Programms profitieren von Einblicken in digitale Berufsfelder und Informationen über aktuelle Entwicklungen der Digitalbranche. Neben Workshops, Vorträgen und Unternehmensbesuchen findet auch ein Erfahrungsaustausch zwischen Expertinnen und BayFiD Talenten statt.

Die ersten 50 Teilnehmerinnen starteten im Juli 2019. 2021 wurde der 3. BayFiD Jahrgang ausgewählt.

Link: www.bayfid.bayern.de/

Weiterbildung aktiv betreiben

Bei älter werdenden Belegschaften ist lebenslanges Lernen ein zentrales Element vorausschauender Personalentwicklung. Regelmäßige Weiter­bildung wird damit immer wichtiger. Sowohl die Handwerkskammern als auch die Industrie- und Handelskammern unterstützen Unternehmen und Beschäftigte mit einem großen Weiterbildungsangebot.

Nachfolge rechtzeitig regeln

Nicht nur die Belegschaften werden älter, sondern auch die Unternehmer selbst "altern". Umso wichtiger ist es, rechtzeitig nach einem Nachfolger Ausschau zu halten und die Übernahme gründlich zu planen. Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat deshalb die gemeinsame Offensive Unternehmensnachfolge.Bayern mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft gestartet. Ihre Webseite gibt zahlreiche Informationen und Tipps zum Thema Nachfolge.