Bevölkerung Bayerns

Bayerns Bevölkerung wächst seit Jahren

2022 lebten rund 13,37 Millionen Menschen im Freistaat – die Bevölkerung ist im Vergleich zu 2021 um 1,46 % gewachsen.
Der anhaltende Bevölkerungsanstieg ist vor allem auf eine positive Wanderungsbilanz zurückzuführen, während die natürliche Bevölkerungsbewegung ein Geburtendefizit (weniger Geburten als Sterbefälle) aufweist. Von 2012 bis 2022 wuchs die Bevölkerung in Bayern von 12,52 auf 13,37 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner an (Zunahme von rund 6,79 %).

Grafik Bevölkerungszuwachs im Freistaat Bayern 2012 bis 2022

Die natürliche Bevölkerungsentwicklung ist in Deutschland und auch in Bayern seit Jahren negativ – es kommen weniger Kinder zur Welt als Menschen sterben. Die Zahl der Geburten hatte 2021 (mit 134.321 Lebendgeborenen in Bayern) den höchsten Wert seit 1992 (mit 133.946; 1991: 134.400) erreicht und sank 2022 wieder auf das Niveau zwischen 2016 und 2015 (Zahlen für ganz Bayern 2016: 125.689 und 2015: 118.228). 

Grafik Geburten- und Sterbefälle

Geburten sind für Familien ein großes Ereignis. Daten über Geburten stehen aber auch im Fokus des gesellschaftlichen Interesses: Geburtenzahlen sind Planungsgrundlage für Kinderbetreuung, Schulen, Ausbildungs- und Studienplätze bis hin zur Rentensicherheit. Darüber hinaus sind sie einer der wichtigsten Faktoren des demografischen Wandels in Deutschland.

Um die Bevölkerungsgröße ohne Zuwanderung stabil halten zu können, ist die Anzahl der Kinder je Frau wichtig: 2022 sank die Kinderzahl auf 1,49 Kinder je Frau in Bayern, nachdem der Wert 2021 auf 1,62 angestiegen war (2020: 1,55). Zum Vergleich: 1965 betrug die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in Bayern noch rund 2,6.

Grafik Natürlicher Bevölkerungssaldo im Freistaat Bayern 2012 bis 2022

Bayern kann weiterhin Wanderungsgewinne verzeichnen: Im Jahr 2022 wanderten 222.568 mehr Menschen zu, als den Freistaat verließen. Der Wanderungsgewinn, der deutlich über dem des Vorjahrs liegt (52.772), ist in hohem Maße dem Zuzug Schutzsuchender aus der Ukraine wegen des russischen Angriffskriegs zuzuordnen. 

Alle 96 bayerischen Landkreise und kreisfreie Städte können 2022 einen positiven Wanderungssaldo aufweisen. 2021 hingegen verzeichneten 4 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte einen Wanderungsverlust.
 

​​​Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum

Nie zuvor lebten so viele Menschen im ländlichen Raum Bayerns. Ende Dezember 2022 erreichte die Einwohnerzahl mit 7,45 Millionen einen neuen Höchststand. Das Einwohnerplus gegenüber dem Vorjahr betrug 98.329 Personen.
Das Bevölkerungswachstum im ländlichen Raum lag damit bei 1,34 % (2021: 0,4 %). In der Gesamtbilanz aus Wanderung, Geburten und Sterbefällen verzeichnete der ländliche Raum 2022 zum elften Mal in Folge ein Bevölkerungsplus, nachdem die Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2011 jedes Jahr zurückging.
Während Ende des Jahres 2017 rund 7,25 Millionen Menschen ihren Hauptwohnsitz im ländlichen Raum hatten, waren es Ende 2022 bereits 7,45 Millionen (+2,72 %). Der Anteil an der bayerischen Bevölkerung liegt damit bei rund 56 %. Gründe für den stetigen Anstieg der Bevölkerungszahl im ländlichen Raum sind in erster Linie hohe Wanderungsgewinne.

Grafik Bevölkerungszuwachs im ländlichen Raum 2012 bis 2022

Auch 2022 kommt mehr als jedes zweite Neugeborene in Bayern im ländlichen Raum zur Welt – insgesamt 68.252 Kinder (2021: 72.240). Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Veränderung um -5,5 %. Gegenüber 2017 wurden 3,0 % mehr Kinder geboren. 
Der demografische Wandel führt gleichzeitig zu einer steigenden Zahl älterer Menschen, als Konsequenz nehmen auch die Sterbefälle zu. Im Jahr 2022 stieg die Anzahl der Sterbefälle erneut an. 
Das Geburtendefizit im ländlichen Raum war 2022 mit 21.535 Fällen wieder höher als im Vorjahr (Differenz aus Geburten und Sterbefällen 2021: -15.341; 2017: -13.202).

Grafik Natürliche Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum

Der Anstieg der Einwohnerzahl im ländlichen Raum beruht auf Wanderungsgewinnen. Die Zahl der Zuzüge überstieg 2022 mit 600.351 deutlich die 478.693 Fortzüge. Daraus ergibt sich ein Wanderungsplus von 121.658 Personen (2021: 45.111). Damit haben sich 54,7 % der nach Bayern Zugezogenen im Ländlichen Raum niedergelassen. 


Wie bereits im Vorjahr war der Zuzug in den ländlichen Raum erneut höher als in den Verdichtungsraum. Da in der Bevölkerungsstatistik Wanderungen unabhängig vom Status der zu- bzw. fortziehenden Personen erfasst werden, sind in den genannten Zahlen auch Flüchtlinge und Asylbewerber enthalten.

Grafik Wanderungsbewegungen im ländlichen Raum

Bevölkerungsentwicklung im Verdichtungsraum

Im Verdichtungsraum ist die Bevölkerungszahl 2022 um 1,62 % bzw. 94.075 Personen auf 5,92 Millionen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen (2021: + 0,14 %). Im Zeitraum von 2017 bis 2022 betrug das Plus knapp 175.170 Menschen bzw. 3,05 %.

Grafik Bevölkerungszuwachs im Verdichtungsraum 2012 bis 2022

Im Verdichtungsraum war die Geburtenzahl 2022 mit 56.645 um 5.436 bzw. 8,8 % niedriger als im Vorjahr (2021: 62.081 Lebendgeborene). Da gleichzeitig die Sterbefälle um 3,7 % auf 62.630 stiegen, war der natürliche Saldo mit – 5.985 niedriger als im Vorjahr (+ 1.678) und unterbricht die Folge positiver Salden der letzten sieben Male. Besonders hoch war der Geburtenüberschuss in der Stadt München.

Grafik Natürliche Bevölkerungsentwicklung im Verdichtungsraum

Auch der hohe Anstieg der Zahl der Einwohnenden im Verdichtungsraum beruht auf Wanderungsgewinnen. Mit 558.324 Zuzügen 2022 konnte die Zahl der Fortzüge von 457.414 übertroffen werden. Daraus ergibt sich ein positiver Wanderungssaldo von 100.910 Personen (2021: 7.661). 45,3 % der Zuzüge haben also den Verdichtungsraum Bayerns gewählt, im Vorjahr waren es lediglich 14,5 %.

Grafik Wanderungsbewegungen im Verdichtungsraum

Informationen zu den Gebietskategorien 

Karte zur Gebietsabgrenzung: Ländlicher Raum und Verdichtungsraum in Bayern

Karte Gebietsabgrenzung Ländlicher Raum - Verdichtungsraum

Die Abgrenzung basiert auf dem 2022 gültigen Landesentwicklungsprogramm (LEP) Bayern mit der Abgrenzungsänderung vom 01.03.2018.Der ländliche Raum und der Verdichtungsraum sind darin gemeindescharf abgegrenzt. Bestimmte Daten liegen jedoch nur auf Kreisebene vor, etwa die Arbeitslosenquote (Jahresdurchschnitt). In diesen Fällen wird eine kreisscharfe Abgrenzung herangezogen, die an die gemeindescharfe Abgrenzung im LEP angenähert ist.

Hinweis: Mit der Teilfortschreibung des LEP, die am 01.06.2023 in Kraft getreten ist, wurde die Gebietsabgrenzung der Gebietskategorien ländlicher Raum und Verdichtungsraum aktualisiert. In der Analyse der Bevölkerungsentwicklung werden die statistischen Daten vom Vorjahr verwendet, entsprechend wird die zu dieser Zeit gültige Gebietsabgrenzung herangezogen.

Altersstruktur der Bevölkerung

Die relativ niedrige Geburtenzahl führt in Kombination mit der steigenden Lebenserwartung dazu, dass die Bayerische Bevölkerung insgesamt altert. Davon sind alle Regionen des Freistaats betroffen, wenngleich auch mit unterschiedlicher Intensität.
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Bayern wird weiter zunehmen. Von 2001 bis 2022 ist es bereits von 40,7 Jahren auf 44,0 Jahre gestiegen. Bis 2042 ist mit einem weiteren Anstieg auf 45,4 Jahre zu rechnen.

Grafik Altersstruktur der Bevölkerung

Die Bevölkerungspyramide zeigt die Altersverteilung der bayerischen Bevölkerung im Jahr 2022 und prognostiziert die Altersverteilung für das Jahr 2042. Die Prognose zeigt, dass im Jahr 2042 die etwa Mitte 70-Jährigen zu den zahlenmäßig stärksten Jahrgängen in Bayern zählen werden (Grafik und Daten: Bay. LfStat, bei dieser Prognose handelt es sich um eine Annahme, wie sich die Bevölkerung unter gegenwärtigen Trends entwickeln würde).

Verteilung Altersgruppen heute und in Zukunft:

Grafik Altersaufbau der Bevölkerung Bayerns

Nach Berechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik wird der Anteil der Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, von 2022 bis 2042 von 28,10 % auf 31,3 % steigen. Gemessen in absoluten Zahlen bedeutet dies einen Zuwachs von rund 617.871 Personen in dieser Altersgruppe. Die stark belegten Baby-Boom-Jahrgänge der 1960er Jahre werden bis dahin das Rentenalter erreichen.

Bevölkerung im Erwerbsalter

Grafik Zukunftsprognose Bevölkerung im Erwerbsalter 2021 - 2041

Der demografische Wandel beeinflusst auch das Arbeitskräfteangebot. Auch wenn die Auswirkungen in Bayern geringer ausfallen als in anderen Bundesländern, wird die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter langfristig leicht abnehmen. 2022 zählte die Altersgruppe der 20 bis 65-Jährigen in Bayern rund 8,06 Millionen Personen. Nach Berechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik wird diese Zahl 2042 noch bei rund 7,86 Millionen Personen liegen.

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